Briefing 2019

Unser Thema

Stärkung nachhaltiger und integrativer städtischer Dienstleistungen durch Incentivierungs-, Nudging- und Rewardsysteme basierend auf der Blockchain-Technologie/ Distributed Ledger-Technologie (DLT).

Ausgangslage

In den letzten Jahrzehnten haben viele europäische Städte und Smart City Initiativen damit begonnen, neue regionale und nachhaltige Services zu entwickeln, die dazu beitragen sollen, CO2-Einsparungen und die für 2050 festgelegten Klimaziele zu erreichen. Was oft noch sehr unklar ist, ist, wie das Vertrauen der BürgerInnen gestärkt werden kann und sie motiviert werden können, diese neuen intelligenten Services zum Wohle des Klimas zu nutzen? Was würde Menschen in ihrem Alltag helfen, Routinen und Verhaltensweisen zu ändern und zu einem "Smart Sustainable City-Lifestyle" beizutragen?

Diese Fragen werden im Rahmen des von der Europäischen Union unterstützten Forschungsprojektes "SimpliCITY" ("Making Cities Work", JPI Urban Europe Programm) bearbeitet. Ziel von SimpliCITY ist es, das Problem der Skalierung zu lösen und die Sichtbarkeit regionaler Nachhaltigkeitsservices durch eine innovative aggregierte Plattform zu erhöhen. SimpliCITY wird eine von einem Projektkonsortium entwickelte Serviceplattform sein, die in den Städten Salzburg (Österreich) und Uppsala (Schweden) implementiert und getestet wird. Die Plattform wird Methoden und Instrumente der Verhaltensökonomie einsetzen, mit besonderem Fokus auf Incentivierung und Nudging, um smarte nachhaltige Services auf Stadtebene zu fördern. Der Schwerpunkt der Forschung im Rahmen von SimpliCITY liegt auf drei Bereichen: Fahrradmobilität, lokale Produktion und Konsum sowie soziale Integration. Für Städte und ihre Stadtverwaltungen sollte es einfacher werden, regionale Dienstleistungen über eine einheitliche Plattform zu fördern und auszubauen. Über eine bloße Auflistung von Diensten hinaus wird die Plattform Informationen, Anreize und Challenges für Services bieten, so dass nicht jeder einzelne Serviceanbieter über ein eigenes Incentivierungssystem verfügen muss, sondern über ein stadtweites System, das auch unterschiedliche Smart City Services miteinander verbindet.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt SimpliCITY findet Ihr unter: www.simplicity-project.eu

Aufgabenstellung

Wir laden im Rahmen von Industry meets Makers 2019 dazu ein, mit uns zusammen innovative Konzepte und Lösungen für die Fragestellung zu entwickeln, wie nachhaltige und integrative Smart City Services durch Incentivierungs-, Nudging- und Rewardsysteme basierend auf der Blockchain-/Distributed Ledger-Technologie (DLT) gefördert werden können. Wir planen eine neue intelligente Stadtkonzept-/Dienstleistungslösung, die dazu beiträgt, dass unsere Städte für alle lebenswert und angenehm sind.

Für die Zukunft sehen wir Potenzial, Implementierungen der Distributed Ledger-Technology (DLT), wie z.B. Blockchain zu nutzen, um eine Rolle im Ökosystem der Plattformen zu spielen. Die Nutzung der Ledger-Technologie im Rahmen von nachhaltigen Smart City Services birgt Herausforderungen, die über die technische Machbarkeit hinausgehen. Dazu gehören:

  • Der Datenschutz im Rahmen der DSGVO

  • Die ökologische Nachhaltigkeit von Diensten und Plattformen,

  • Die Zugänglichkeit und Benutzerfreundlichkeit für BürgerInnen und Stadtverwaltungen, die die Plattform verwenden, sowie der einfache Bedienungs- und Implementierungsaufwand für die Services, die die Plattform nutzen.

  • Die Stärkung des Vertrauens in die Plattform durch Transparenz und die Sicherheit ihrer Dienste.

Jede Lösung sollte diese Ansprüche reflektieren.

Wir haben mehrere Bereiche und Anwendungsfälle identifiziert, die von der Nutzung der Ledger-Technologie innerhalb einer solchen Plattform profitieren könnten:

  1. Ein Authentifizierungssystem: Die Authentifizierung wird ein zentrales Thema für Personen sein, die ein Service nutzen wollen, und könnte ein entscheidender Vorteil für eine/n BürgerIn sein, wenn er ein Service über ein Authentifizierungs- und Registrierungssystem nutzen möchte, das nicht im Besitz großer Unternehmen wie Google, Apple oder Facebook ist. Dieser Anwendungsfall ist Gegenstand vieler Forschungsprojekte weltweit und wir sehen das Potenzial, würden aber lieber auf eine bestehende Lösung aufbauen als versuchen, eine komplett neue eigene Lösung zu schaffen.

  2. Eine Service-Listung: Eine weitere Aufgabe des Projekts besteht darin, sich einen Überblick über bestehende Services zu verschaffen und die Angebote innerhalb einer Stadt abzubilden. Dazu bedarf es auch eines sorgfältigen Auswahlverfahrens. Für eine Serviceplattform wie SimpliCITY mit aggregierten Services wäre es interessant, die Auflistung der Dienste auf DLT mit einem User-Abstimmungs-Konsensmechanismus zu stützen, um zu entscheiden, welche Services von der Plattform gelistet und unterstützt werden. Diese Anwendung der direkten Demokratie stellt ihre eigenen Herausforderungen dar. Wie können Menschen eine fundierte Entscheidung über die zur Genehmigung aufgeführten Services treffen? Wie könnte dies durch neue Formen des öffentlichen Konsenses durch Ideen einer flüssigen Demokratie oder andere Konzepte umgangen werden? Was wäre eine geeignete Lösung für einen solchen Prozess.

  3. Belohnungssysteme: Ein auf DLT basierendes Belohnungssystem mit Konsens auf der Grundlage intelligenter Verträge, z.B. die Belohnung für die Teilnahme an einer Umfrage, die Belohnung der ersten 10 User oder die Belohnung des Benutzers mit der höchsten Punktzahl. Eine Belohnung kann als das Gleiche angesehen werden wie ein Token oder mehrere Tokens. Ein solches System kann BürgerInnen zur Nutzung nachhaltiger Services motivieren und sowohl als Ein- als auch als Ausgang von Token betrachtet werden. Dies wäre möglicherweise sehr einfach über bestehende Blockchain-Projekte hinaus zu integrieren. Eine Herausforderung in diesem Anwendungsfall sind die Höhe der Transaktion und die potenziellen Kosten, die sich aus diesen Transaktionen ergeben.

Ziele

Unser Ziel besteht darin, während der Kernlaufzeit von Industry meets Makers 2019 mit Euch ein Konzept zum Thema "TOKEN 4 SUSTAINABLE CITY SERVICES" sowie auch einen Prototyp (DAPP) zu entwickeln und beides beim Best of Industry meets Makers - Event am 4. November im Rahmen der Digital Days am ERSTE Campus in Wien gemeinsam zu präsentieren. Wir wollen das Insentivierungskonzept und erste mögliche Anwendungsbereiche, insbesondere im Umfeld neuer Radmobilitätsdienste, des lokalen Lebensmittelkonsums oder inklusionsrelevanter Services, mit Euch zusammen definieren können und so potenzielle Forschungsprototypen und Anwendungen in zukünftigen Smart City-Projekten vorantreiben.

Unterstützung & Kommunikation

Bei den Kick-off-Veranstaltungen in Linz und Graz werden wir unser Briefing vorstellen und gerne erste Fragen beantworten. Im Anschluss laden wir Euch nach einem ersten persönlichen Kontakt oder einer kurzen Mail in unser INNO-Creativity Lab in Salzburg ein, um ein besseres gegenseitiges Kennenlernen und eine Abstimmung der weiteren Vorgehensweise zu ermöglichen.

Wir sind bereit, Euch während der Laufzeit mit unserer internen Expertise und Infrastruktur bestmöglich zu unterstützen und bieten Euch eine regelmäßige Kommunikation über ein gemeinsames Kommunikationstool an (Mattermost).

Wir können auch einen Wissensaustausch mit unseren schwedischen Partnern, der Stadt Uppsala (Globaler Gewinner der internationalen One Planet City Challenge 2018 des WWFs) und der Universität Uppsala einbringen, die über umfassendes Wissen im Bereich von GREEN IOT-Projekten verfügt (siehe: http://user.it.uu.se/~eding810/GreenIoT/).

Zukünftige Kooperationsperspektiven

Salzburg Research, Polycular und auch unsere europäischen Forschungsprojektpartner sind an einer Zusammenarbeit mit Euch interessiert und wollen die vielversprechendsten Ideen und Konzepte auch in Form einer Masterarbeit, eines PhD-Themas oder eines anderen neuen (internen) Projekts unterstützen und weiterentwickeln - so Eurerseits Interesse daran besteht.

Für Startups bieten wir Kooperationen und Verbindungen zu relevanten Industrie- und Forschungspartnern in diesem neu entstehenden Technologiefeld.

Das Team/der Maker, mit dem wir das vielversprechendste Projekt entwickeln konnten, wird zu einem Climate-Change Hackathon in Uppsala inkl. zweitägiger Veranstaltung eingeladen - der Climate Change Week 2020.

Ansprechpartner

Hauptkontaktperson für dieses Projekt ist seitens Salzburg Research, Petra Stabauer und seitens Polycular Thomas Layer-Wagner und Christoph Wögerbauer.

Liebe Maker, wir freuen uns darauf, Euch kennenzulernen und mit Euch gemeinsam an spannenden Projekten arbeiten zu können!


Über uns

Salzburg Research

Die Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH ist eine innovationsgetriebene Forschungs- und Technologieorganisation, die angewandte Forschung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) betreibt. Salzburg Research verfügt über mehr als 17 Jahre Erfahrung in nationalen und europäischen Forschungs- und Innovationsprojekten. Vier Forschungsabteilungen decken einen breiten Bereich wissenschaftlich-technologischer und sozioökonomischer Expertise ab, darunter digitale Innovation, Mobilität, digitales Unternehmen/Internet der Dinge/Industrie 4.0 sowie eHealth und Netzwerktechnologien. Die Stärke der SRFG liegt in der erfolgreichen interdisziplinären Kombination verschiedener Bereiche von der technologischen Forschung und Entwicklung über die angewandte Innovationsforschung bis hin zu zielgruppenspezifischen Methoden des Innovationsmanagements.

Mehr über Salzburg Research

Polycular

Polycular ist ein österreichisches Unternehmen, das Kreativität und technologische Innovation verbindet, um Erlebnisräume in der realen und virtuellen Welt zu schaffen. Mit über 20 Jahren Berufserfahrung produziert das Unternehmen preisgekrönte Spiele, Apps, interaktive Werbung und Servicelösungen für Kunden auf der ganzen Welt. Das Team verfügt über einen starken Hintergrund und Kenntnisse in den Bereichen Interaktionstechnologien, Computerspiele, digitale Kunst, AR/VR und führt Projekte mit dem Ars Electronica Futurelab durch und nahm am Plug'n'Play Accelerator im Silicon Valley teil. Das Team wurde national und international für seine Arbeit in den Bereichen Nachhaltigkeitsbildung, Spiel und Verhaltensänderung ausgezeichnet, darunter Social Entrepreneurship Award, GreenStart Award und Climate KIC National.

Mehr über Polycular